Polizei am Morgen

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260514

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Polizei am Morgen




…. Eines Montagsmorgens vor fast 40 Jahren also im letzten Jahrhundert 8 Uhr 5 in der Früh - der 6te von 20 geplanten Arbeitstagen meines Praktikums beim Radio-Fernsehtechnikermeister. Der Geselle hatte soeben den Laden aufgeschlossen und wir testeten eine, gestern vom Meister reparierte Stereoanlagen, weil immer zu testen war, was meisterlich repariert wurde. Schließlich benötigen wir Garantie, die der Kunde, um 9 Uhr nebst repariertem Gerät abholen will- verständlich, oder?
Als der Geselle den Tuner (Radio) einschaltet und die UKW-Skala abfährt, hört er sich plötzlich selbst reden, auf dem Sendeplatz auf dem eigentlich der WDR-Sender II zu hören sein müsste?!

Das typisch runde Fleischfressergesicht, mit den schön roten Pustewangen und der bläulich violetten Plattnasenspitze verlor binnen Sekundenbruchteilen jeglichen Ausdruck und Farbe. >>Nanu<<, dachte ich. Was mag er an der Stimme im Radio nicht, ist doch die eigene – unverkennbar. An die muss der dicke Sabbelkopp sich doch seit Stimmbruch vor 15 Jahren gewöhnt haben.
Er schrie dreifach ein Wort aus dem Schweinestall, welches auch mit SCH beginnt und sagte dann >> Muss weg – pass auf den Laden auf – wenn der Alte kommt; sachste ich wär TOD!<<
Darauf flog der weiße Arbeitskittel in hundertfacher Geschwindigkeit seines üblichen Arbeitstempos mitten in den Laden und Tünnes (von Anton) war nicht mehr gesehen, nachdem die durchdrehenden Antriebsräder seines VW Käfer 1302 nicht mehr zu hören waren; war er weg!

>> Wenn Tünnes nun wirklich in den Tod fährt, kann ich sowohl das Praktikum als auch die schon fest zugesagte Lehrstelle vergessen!<< denke ich und lache vor mich hin …

Ohne diesen Kerl will ich eh nicht hier arbeiten und lernen kann ich ebenfalls nur vom Tünnes, der es einfach drauf hat, besser als jeder Obermeister und unser Einfachstmeister erst recht.

Tünnes baut aus dem Kopf und Stand heraus einen Röhrenverstärker mit 2x200 Watt Sinus, ätzt die Platinen selbst, baut Aluminiumgehäuse und nachher kann so ein Ding noch Toasten und natürlich Kaffee kochen - wenn er will, dann fliegt es sogar! Der Typ wickelt jede Trafospule selbst und kennt jeden Winkel im ohmschen Dreieck.

Er hat es bewiesen, letzte Woche Donnerstag am Morgen angefangen, ganz nebenbei …Am Freitagabend dröhnte die Röhre! Gesellenstück für Theo, der es auch nicht gebacken bekommt ... damit dann wieder eine Gesellenprüfung, die eigentlich Tünnes bestanden hat – mit einer 1 wahrscheinlich … Und was bekommt Tünnes dafür – ein Abendessen bei Podopolos? Für zwei Personen Fritten Majo mit Gyros und Cola – toll. Aber so ist der Tünnes, viel geben, wenig nehmen, immer für andere da und ständig dumme Sprüche auf der Zunge – immer positiv unterwegs.

Da fällt mir unser restliches Team ein, die „Kellerkinder“ wie Tünnes sie nennt, die aus der tief gelegenen Werkstatt nicht rauskommen, außer zum Ausliefern von Geräten oder zum Feierabend.

Diese anderen drei Gesellen incl. dieses 42 Jahre alten Frank, der sich Altgeselle nennt. Wie die wohl ihr Gesellenstück gemacht haben, ist Tünnes ein Rätsel und stellt für ihn eines der wenigen wirklichen Weltwunder dar.
Dem Rolf hat Tünnes geraten, die Finger von allem zu lassen, was technischer ist als ein Toaster oder Eierkocher. Ein Rat, den der „Alte“ auch beherzigen sollte, was Tünnes dem Alten auch mehrfach zu verstehen gab, durch das Blümchen natürlich.

… Jo, in diesen Laden und ins Büro darf keiner von den Plattschädeln, die sollen hinten in der Werkstadt fuschen und um Hilfe schreien, wenn sie überfordert im Schaltplan versinken.

Tünnes ist jetzt schon Chef und wird den Laden übernehmen und nur Hans als Geselle darf bleiben, zum Kaffeekochen und Werkstatt fegen? Ich werde Tünnes erster Azubi, das hat er geschworen … Naja, wenn er dann noch lebt!
Nein, ich weiß ja, wo er soeben hinfährt und warum so verdammt schnell. Ich glaube nicht an Suizidgefahr, und auch nicht dass er umgebracht wird, von Oma nicht und von Lyn erst recht nicht. Dass aber mächtig Ärger droht und es dem Tünnes viel Geld kosten wird, das war mir klar – Geld, was er nicht hat und seine Oma erst recht nicht? >>Dann wird alles Angesparte drauf gehen und Schluss ist mit seiner Meisterprüfung!!?<< Schluss mit Ausbildung meinerseits?!

Noch kann ich ruhig sein – vielleicht kommt er noch rechtzeitig zu Hause an – hoffentlich!

Das Wochenende haben wir uns wirklich angefreundet. Eine Woche hatte gereicht. Man kennt so etwas, wenn die „Chemie stimmt zwischen Menschen.“ Wenn man gern redet über Gott und die Welt, man die gleichen Interessen, Ansichten und Hobbys hat. Man kann äußerlich völlig verschieden sein und auch mit Alter hat das wenig zu tun … Er hatte mich einfach gern, genau wie seine kleine niedliche japanische Maus, die er nach Meisterprüfung heiraten will … Ein Tolles Wochenende mit Tünnes und seinen zwei Piraten - Kolegen in ihrem Reich, was auch mein Reich werden sollte …

Ach, ihr kennt Tünnes noch nicht, sorry ...

Tünnes ist zu diesem Zeitpunkt 25 Jahre alt und für mich, als 15 jähriger Praktikant, ist er ein ziemlich alter und weiser Mann. Dies unterstreicht allein schon der mächtige weiße Vollbart und natürlich die Nickelbrille gefertigt nach seinem Vorbild „John Lennon“, mit dem der Tünnes auch die Vorliebe zu Asiatinnen teilt. Die Haarlänge hat er auch vom John übernommen, was aber nur zu Teilen möglich war.
Ab Pubertät machte sich sein rötliches Haupthaar in alle Richtungen davon, so erzählte er. Ein Teil sei schlicht ausgefallen, ein ander auf Brust und Rücken umgesiedelt. Während ein Großteil Haare den einfachen Bart zum Vollbart ergänzte. Ein Übervollbart, sei entstanden dessen Haarpracht sich weit hinauf in die Plattnasenlöcher schob. Andere Haare hätten sich zu kleinen Büscheln in die Ohren verzogen oder seien an der Ohrmuschel verwurzelt geblieben ...
Zu seiner Gesellenprüfung (mit 19) hätte er nicht wie ein halb fertig gerupftes Suppenhuhn erscheinen wollen. Deshalb hat er Nasen und Ohren wieder radikal gerodet, was ihm gänzlich neue Hör- und Riecheindrücke beschert hätte. Vom Haupthaar blieb nur der dichte, äußere Kranz, den der Tünnes dann zu allem Überfluss auch noch blondierte, da sein natürliches Rot ihm natürlich nicht gefiel. Das eigenhändige Färben strickt nach Gebrauchsanweisung, sei völlig misslungen und alles Resthaar sei in Strahlendem silbergrau ausgetrocknet. Farblich sei dies aber zufällig genau sein Ding. Seitdem wird immer in Silber gehaltenes Resthaar, zum langen Zopf gebunden, was ihm auch durchaus steht, wenn man seiner Selbstansicht glauben schenken will. Jedenfalls eine „Marke oder ein echter Typ“ ist er schon, der Tünnes.
Ein Baum von Kerl, weit über 200 cm groß, mit ebensolcher Anzahl an Kilogramm Körpergewicht aber kein Bauch! Schuhgröße 51 und Hände wie Toilettendeckel. Niemand kann auch nur erahnen, welch filigrane Lötarbeiten er damit verlöten konnte ...

Es war das vergangene Wochenende, als er mir alles erzählte, was ihr in Teilen schon wisst, und nun noch beilesen mögt.

Er wohnt immer noch dort wo er aufgewachsen.

Ziemlich vereinsamt bei seiner Oma. Zusammen mit fünf anderen, echten Schweinen, zehn alten, von daher selten Eier legenden Hühnern, dem Ex Schäferhund Wotan und Straßenkater Minko – ganz weit außerhalb vom äußersten Dorfrand. Dort, wo früher der Abgrund der Weltscheibe vermutet wurde, und wo auch wohl Tünnes Eltern sehr früh abgestürzt – was aber nur vermutet wurde …

In diesem ostwestfälischen Outback, so könnt ihr bestimmt erahnen, gab es wenig, was an den Ansatz von heutiger Action heranreicht. Abgesehen von wenigen stürmischen Tagen, an denen sich zumindest mal Bäume, Gräser oder Wäsche auf Leinen bewegten, bewegte sich nicht viel.

Anders als der Opa noch lebte, der zumindest mit 200 Schafen als Schäfer für Bewegung (Action) sorgte – tja. So ein Schlag beim Opa setzt eine Kettenunbeweglichkeit in Gang, deren erstes Glied die Oma ist. Opa entschlafen - Schafe eingeschläfert – Hund arbeitslos! Hund wird immer fauler damit Bewegungsunfähiger, was sich auf Katze Minka und damit auf die sowieso schon älteren Hühner auswirkt. Ihr seht, wie wichtig ein Opa sein kann, in Bezug auf die Beweglichkeit einer ganzen Kette von Lebewesen, bis hin zum Ei, welches vielleicht nicht mehr gelegt wird!

Ich will auch nicht abschweifen und auf eure Tränendrüsen, - ihr könnt gern weglesen. Es geht um Verständnis für den Tünnes (Anton) und warum er so wurde, wie er nun als Fernsehtechniker Geselle geworden wurde?! Ist doch klar ihr Leute. Keine Geschwister, beide Eltern mit 9 Jahren verloren durch Autounfall und Opa verstarb vor 8 Jahren, als er gerade 15 war und endlich einen Beruf erlernen sollte und nun auch musste, um für Oma zu sorgen und so.

Oma hatte von der kargen Witwenrente oder dem Erlös aus Schafsverkauf - direkt nach Opas Tod und auch wohl als eine Art „Ersatz für Opa“, einen guten, gebrauchten Fernseher gekauft. Genauer, einen 1961er „Präsident von Nordmende“ Ein Actiongerät mit einem vollen Programm (ARD), welches auf zwei (ZDF) nachrüstbar erschien- jedenfalls nach Tünnes damaliger Uneinsichtigkeit und Fehleinschätzung! Dieses Gerät war die „Berufung“ des Tünnes! Ein Blick über den Weltenrand hinweg. Bewegte grautönige Bilder und Ton – der Hammer. Als sich im entfernten Dorf, dieses Wundergerät herumsprach, kamen die ersten Freunde ins Outback, um zumindest Fußball zu schauen! Fernsehen war die Zukunft und führte zu echten Events und Zusammenführung ganzer Sippen und Stämme. Man kann also von einer Eingemeindung oder Migrationsmaschine sprechen – ohne SCH … Auch waren diese Fernseher echte Actiongeräte – man sprang auf, wenn ein Tor fiel, und sackte zusammen, wenn die Falschen ein Tor schossen, bis hin zu echten Faustkämpfen ging die Leibesertüchtigung durch Fernsehen vor dem Fernseher. Freudentänze und andere Vorläufer von Aerobic und sogar Breakdance, wenn jemand LIVE eine echte Torte in die Fresse bekam, weil er zum Beispiel dem Frankenfeld eine Frage nicht beantworten konnte. ….

Die Zuschauergäste kamen zu Fuß oder mit dem Rad, von weit her und musste früh wieder zurück, bevor es dunkel wurde. Ganze Wagenladungen zu essen und trinken wurden angeschleppt und Oma durfte bewirten und die Wohnung samt Gerät sauber halten – Action über Action. Wo selbst der Ex Schäferhund seinem erlernten Job nachgehen konnte, wie auch die Katze und sogar die Hühner in Action kamen, allein durch die vielen Kinder, die auf dem Hof zwischengelagert und betreut werden mussten.Der Vorläufer vom Public Viewing war hier erkennbar geboren.

Ja, bei Kollers (Name geändert) war was los – Action pur!

Tünnes wurde nie mehr auf dem Schulhof „misshandelt“ auch außerhalb nicht - weder angespuckt noch versehentlich geschuppst. Tünnes fiel nicht mehr über Beine, die sich mit seinen verhakt hatten, und lief auch nie wieder in geparkte Fäuste anderer Jungs – vor allem die des Fritz. Nichts konnte Tünnes je wiederfahren, wenn es nicht überirdischer Unnatur war. Dafür sorgten nun eben dieser Fritz und der mächtige Udo aus der letzten Klasse, die sich freiwillig als Rundumschutz und sogar als Blutsbruder angeboten hatten, so sie wenigstens einen Fensterplatz zum Bonanza gucken am Sonntag erhielten.

Tünnes durfte sogar auf dem Bolzplatz, mit den anderen Jungen spielen! Sogar Fußball, wo er noch nie mitspielen konnte, wurde nun erbeten mitzuspielen, auch auf seiner Lieblingsposition. Er spielte nun Rechtsaußen anstatt immer draußen. Ach was, er durfte sich jede Position aussuchen und sogar Pause machen mitten aus dem Angriff, war ihm erlaubt. Dann ruhte der Ball halt, bis Tünnes sich zum Torschuss bereit fühlte. Kein Torwart wagte zu halten, was Tünnes abschoss! Sollte der Ball wirklich auf Richtung Tor zutrudeln, flog man als Torwart mit Anlauf und Salto am Ball vorbei, machte ein Gesicht als wenn Friedhelm Konietzka oder Uwe Seeler persönlich geschossen, und gratulierte mit allen auf dem Platz versammelten Spielern heftigst - zu diesem schier unhaltbaren Ball, den auch Hans Tilkowski, ja selbst Jesus aus Nazareth nicht halten konnte!

Mädchen beachteten Tünnes, selbst die, die seinen Namen sonst nicht kannten, kannten nun sogar seine Kragenweite, Schuhgröße und ganz andere Maße. Auch wenn sich Größen ändern sollten, war dies schnellstens in der Damenwelt bekannt. Er musste ihnen nie mehr die Hausaufgaben machen und abschreiben lies Tünnes nun auch niemanden mehr! Die schönsten der Damenwelt trugen ihm nun den Schulranzen bis nach Hause, putzen ihm die Schuhe und brachten ihm Leckereien aus der Schulküche – seine Leibspeisen, auf die der Unterricht in Hauswirtschaft eigens angepasst wurde.
Auch Oma hatte durchaus Verehrer in der dörflichen, Männerwelt und nicht nur unter den Alleinstehenden (Singles). Allein wegen der fünf Scheine schon galt die Oma als überaus attraktive Schönheit, vor allem in der Bauernschaft. Jetzt aber, mit diesem Normende-Präsidenten Fernseher entdeckte sogar die jüngere Burschenschaft eine nie da gewesene Schönheit in Oma Kollert (Name geändert) ähnlich dieser Mona aus Lisa oder der wüsten Nofretete ...

Kommt noch was? Aber sicher – bis denne ….............  winkmutz
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Robert
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Polizei am Morgen :: Kommentare

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Beitrag am So Jun 08 2014, 16:53  Robert

[Kontakt] Danke



Von Gast An Robert, Heute um 16:38
Hallo Robert,

Bin bei #StopWatchingUs - Wer wir sind - # aufmerksam geworden und glaube viele deiner Texte in der „Leselupe“ gelesen zu haben.
Einfach nur „Danke“ für die tollen Texte und weiter so!
Wir brauchen Leute die keine Angst haben unter Klarnamen eine Meinung zu äußern, auch wenn es nicht immer die Meinige ist. Ich hoffe, dass die Mail ankommt und würde mich freuen noch mehr von dir lesen zu dürfen. Alles Weitere gern dann privat.

Lieben Gruß auch an die User dieses Forums

Bernd H.


Stell ich gern und umgehend ein und Danke ebenfalls @Bernd.

Links kannst du als Gast leider aus Sicherheitsgründen nicht setzen. Ja, alles richtig, wobei in der Leselupe nix von "Robert" steht. Very Happy Eine Mail habe ich noch nicht erhalten, also schaun wir mal ...  winkmutz

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Beitrag am So Jun 08 2014, 12:44  Robert

Aber Bitte, Lilly schmatzy  Und ja, ich bin in Kontakt mit Tünnes. Morgen treffen wir uns zum realen grill im realen Leben. typ 

Anbei noch ein schönes Pfingstfest allen Lesern und vielen Dank für euer Feedback!  joypeace

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Beitrag am So Jun 08 2014, 10:47  Lilly

Hallo Robert,
Tolle und spannende Geschichte  top  top  top 
Vielen Dank !
Hast du mal versucht Tünnes zu finden?

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Beitrag am Sa Jun 07 2014, 18:09  Robert

Ihr ahnt, dass Tünnes einen Radiosender betrieb – echtes Radio auf UKW – ein „Piraten-Radio!“ . Da man nicht das Geld hatte teure GEMA-Gebühren und andere Kosten zu bezahlen?

Eindeutig strafbar, da allein die Funkfrequenz nicht erteilt. Sie sendeten zudem zu stark, überlagerten teilweise den WDR und störten andere Signale, z.B. den Rettungsfunk! Eine Frage der Zeit, wann die Post diesen Piratensender angepeilt hatte, oder die ganze Geschichte angezeigt, verpfiffen oder wie auch immer aufflog ...

Als Tünnes zu Hause eintraf, war die Polizei, Post und Staatsanwaltschaft bereits seit 2 Stunden vor Ort. Eine Hausdurchsuchung im ganz großen Stil, vom Keller bis zum Dach und sogar im Hühnerstall war fast abgeschlossen. Alles wurde konfisziert, was irgendwie zum Senden und Empfangen gehören könnte. Dazu zählen neben den teuren Anlagen auch die Antennen und natürlich auch Tonträger wie Hunderte Schallplatten, Tonbänder usw.
Alles - auch das private Radio der Oma wurde mitgenommen … Geblieben war der alte Schwarz-Weiß-Fernseher von Nordmende.
Ein Schaden, von ca. 40.000 DM war zu der Zeit ein Vermögen. Geldwert, dessen Verlust Tünnes samt seiner zwei Freunde und OMA an den Rand der Existenz führte – die noch folgenden Strafgelder nicht eingerechnet ...

Dies ist nur ein kleiner, noch nicht korrigierter Teil einer langen Geschichte über echte TYPEN, die eine wichtige Rolle in meinem Leben eingenommen haben. Lange lag der Text in der Schublade und wurde durch einen Telefonanruf mit mir fremdem Menschen (P.) ans Tageslicht befördert.

Immer wieder ist mein Anliegen, Geschichten zu erzählen, die euch vllt. Zum Nachdenken anregen.
In diesem Fall denkt bestimmt so mancher: “Geschieht ihm Recht, dem Tünnes?!“
Genauso hab ich auch gedacht. Tünnes wusste, was ihm irgendwann blühen würde - PUNKT!

Es war die „Berufung“ des Tünnes, meinte er anderen Menschen im weiten Umkreis etwas zu geben, was es in diesem Outback OWL (Ostwestfalen-Lippe) so nicht gab. Ein echter Lokalfunk auf dem flachen Land, mit Musik jenseits des „Mainstream.“ Sie spielten lieber Leonard Cohen anstatt Beatles und Stones. Heile Welt Mucke von Herzilein oder blühenden Enzian gab es nicht und auch keine Sonnenuntergänge vor Capri. Tünnes und Freunde machten Hörspiele, die man getrost als Vorreiter der Stand-up Comedy bezeichnen kann. Wie heißt es „Stimme wem Stimme gegeben“ und Tünnes hatte diese Stimme, die vor allem den Hörerinnen die Wäsche im sitzen auszog; was mehrfach so bestätigt war. Eine Stimme, die Elmar Gunsch und Karlo von Tiedemann im Doppelpack nicht hatten. „Timbre im Quadrat hoch vier!“

Es nützt aber nix, wenn man seine Stimme einfach auf „falscher Welle“ sendet!

Abschließend hierzu gilt es den Unterschied zu verdeutlichen, wie schnell man in heutiger Zeit von der Polizei heimgesucht werden kann – durch Internet.
Früher einen echten Radiosender zu betreiben erforderte schon einiges. Heute kann wirklich JEDER Radio machen, wobei er dann in mindestens ebenso viele „Fettnäpfchen“ senden kann …

Nun zum eigentlichen Thema – abseits vom Radio

Der P. erzählte mir am Telefon von einem Bekannten, der sich Software aus Amerika bestellte, die es hier nicht zu kaufen gibt. Diese Software BlackShade  wird so beschrieben:

„Der Trojaner-Baukasten BlackShades diene "ausschließlich dazu, kriminelle Handlungen zu begehen", sagte die Sprecherin. Der Trojaner übernimmt die Kontrolle des infizierten Rechners, schneidet die Tastatureingaben mit, verschlüsselt die Dateien – um später die Freigabe zu erpressen – macht Screenshots, filmt mit per Webcam die Bewohner und kann ganze digitale Identitäten ausspähen. Insgesamt wurden 1000 Rechner und Speichermedien sichergestellt.“

Wozu um alles in der Welt kauft sich jemand einen Trojaner Baukasten für 40 €?
Dieser Mensch wollte (laut P.) sich von Zuhause aus Zugriff auf seinen Firmenrechner verschaffen- nix strafbares mit der Software anstellen.
Tja, Pech gehabt, denn es gibt dazu bei Windows/Android zum Beispiel „Remot Control“ oder legale andere Tools, wie „TeamViewer“ usw. ...

So sagte ich dem P. Am Telefon: „Geschieht im Recht, dem Trottel!“
Ein vorschnelles Urteil, welches zu überdenken ist. Denn was, wenn dieser Mensch diese Software wirklich nur zur Fernwartung seines Firmen PC nutzen wollte? Diese Software war bisher nur erworben, noch nicht eingesetzt demnach!

Klar ist es ein Hackertool und klar könnte der Mensch alles Mögliche damit veranstalten, wie der Herr aus Holland, der „mit der Schadsoftware über 2000 Computer infiziert hatte und die Webcams der ahnungslosen Opfer dazu benutzte, heimlich Bilder von jungen Frauen und Mädchen aufzunehmen",

Was aber, wenn ihr einen Sohn/Tochter habt, die lediglich programmieren lernen und vllt. Ein „AntiTool“ gegen diese Software entwickeln …..

Was, wenn die Polizei morgen früh bei eurem Nachbarn vor der Tür steht und dessen Wohnung ausräumt. Ihr seht also die konfiszierten Rechner, Software usw. in Polizeigewahrsam wandern .... Wird noch jemand öffentlich abgeführt - gar in Handschellen?!  Shocked


Was könnte man nicht alles denken, Stichwort „Kinderpornografie“ oder ist euer Nachbar gar ein Terrorist!!!??

Hier haben die NSA/CIA eindrucksvoll gezeigt, was möglich ist im neuen Big-Brother! Sie hacken die Kundenliste eines amerikanischen Softwareanbieters, der Hackertools vertreibt – welch Sarkasmus!

Daraufhin gibt NSA an alle Behörden weltweit bekannt, welcher jeweilige Bürger diese Software erworben hat. Was allein in Deutschland zu 111 Hausdurchsuchungen und Verhaftungen geführt hat.

Darüber sollte man zumindest mal nachdenken, bevor so etwas beim Nachbarn passiert, oder schlimmer noch bei DIR!?

Die viel beschworene FREIHEIT im NETZ!? :frech1:ist wo ................................................................?

Zuletzt von Robert am So Jun 08 2014, 19:10 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Beitrag am Mi Mai 28 2014, 16:25  Robert

Die Geschichte bricht hier ab, da Tünnes eine Person ist, wie wohl jeder in seinem Leben sie kennt. Typen, die so gänzlich anders sind als alle Menschen, die man bisher kennenlernte. Kann sein. Das ihr Tünnes und seiner Frau Lyn (ja, sie haben geheiratet) nochmals begegnet in einem Buch. Es gehört aufgeschrieben, welch eigenartige Schicksale das Leben formt und wie Personen einen Weg wählen, dessen Verlauf das Leben auf den Kopf stellt oder halt nicht. So viele Prominente und Personen, die sich für prominent halten, schrieben Bücher. Warum also kein völlig Unbekannter, der zum Beispiel über einen Tünnes schreibt oder über dich …??

Sei noch angemerkt, dass Tünnes und Lyn irgendwann nach Japan auswanderten. Er hatte die Vision, dass dort in Asien die Zukunft des Fernsehens ist – hardwaremäßig zumindest. 1973 schon erkannte Tünnes den Untergang fast aller Deutschen TV und Unterhaltungsgeräte-Hersteller.
Kennt noch jemand Firmen wie:
„Nordmende, Grundig, ITT Schaub Lorenz, Greatz, Phillips, Braun, Telefunken/AEG, Blaupunkt, Saba, Metz, Loewe Opta …. usw ….. ?“
Keine Frage, denn mit einst über 80 großen Herstellern war dieses Land ein Branchenriese weltweit, dessen sehr schnelles Ableben 1973 niemand vorherahnte außer Tünnes aus dem ostwestfälischen Outback …
Tünnes sah ein gänzlich neues Fernsehen und er sah voraus, dass wir irgendwann alle ein Telefon ohne Schnur bei uns tragen, was auch Fernsehen empfängt und natürlich Radio- „So ein Spinner!“ Hatte der Alte Meister ihm gesagt, der nicht einmal des Transistors Emitter kannte und in Röhrentechnik verharrt dahinschlummerte ...
Tünnes erkannte die Wichtigkeit der ab 1962 von P.Weimer entwickelten Dünnschichttransistoren, deren wahre Anwendung erst Mitte der 90er Jahre an Bedeutung gewann und euch bekannt sein dürfte als „TFT“ (engl. thin film transistor) dem „Verdränger der Röhrenmonitore.

Tünnes der einfache Kerl vom Land, der alles verstand, weil auf Einfachheit reduziert.
>> Alles nur Ströme, die auf eine Welle müssen << sagte er, mehr isses nicht. Du musst also die Frequenz (Welle) haben, den richtigen Impuls draufgeben und wieder abgreifen und sichtbar und hörbar machen. … Tja, wenn man weiß wie, kann alles einfach sein, leider kapiert es nicht jeder.

Wie kann ein Mensch von Speicherung aller Daten reden, egal ob Bilder, Musik, oder nur Worte in Texten. Wieso spricht er von Computern, die irgendwann alles aufzeichnen werden, was du getan und erlebt und gemacht hast.
Die „Spinnereien“ des Tünnes, der 1978, als ich ihn letztmalig sah - sagte >> Du wirst noch oft an meine Worte, denken!<<

Ok, das sagen viele Menschen, aber dann kam: >> Du wirst mich wiedersehen durch eine Maschine, durch die du mich suchtest.<<
Auf die Frage, wie ich mir das vorzustellen hab, sagte er: >> Du sagst deinem Computer oder Telefon einfach „such den Tünnes“ und schon geht es los, als wenn du deinen Hund einen Hasen suchen lässt. Die Maschine wird dir alles über mich erzählen. Sollte ich noch leben, dann werden wir uns sehen und hören, als wenn wir jetzt voreinander stehen.<<

Die Vorstellung fiel mir leicht, und ich lachte und fragte ihn, was er meint, wo ich ihn finden werde, denn auch das müsse er ja vorhersagen können?
>> Nein, das weiß erst eine Maschine in 100 Jahren, wo ich nicht sicher bin, ob es dann noch echte Menschen zu finden gibt, oder nur deren alte Geschichten?

Wenn du mich suchst, werde ich mit Bestimmtheit viel näher sein, als du denkst, nachdem ich die halbe Welt gesehen habe. Wahrscheinlich kannst du zu Fuß kommen und wir reden über alte Zeiten und über Dinge, die diese Maschinen noch nicht wissen. Ich werde Rentner sein und du wirst auch nicht weit davon entfernt …Irgendwann um 2014 herum – so die Welle noch sendet!

Ja ne, ist klar, dachte ich. Die ganzen Wellen scheinen dem Tünnes wirklich arg zugesetzt zu haben?
Auf die Frage, warum nicht er mich sucht, mit so einer Maschine, wurden seine Augen riesig und sein Gesicht bekam einen erschrockenen Ausdruck, der auch als Angst gedeutet werden kann.Nach einer kurzen Pause kam seine unerwartete Antwort. >> Ich bin Radio und Fernsehtechniker, auch wenn dieser Beruf völlig überflüssig wird. Eine solche Maschine kommt mir weder ins Haus, noch werde ich jemals ein tragbares Gerät mit mir führen, was mit den großen Überwachungssappenraten kommuniziert. Die alte UKW-Welle wird immer da sein und ich schätze, sie sendet irgendwann auch wieder vom alten Ort, wo ich dann für Action sorge, wie mein Opa einst<< Er lachte >>Mit 200 Schafen, einigen Schweinen, Hühnern, Katze und natürlich einem Hund, wie damals der Wotan war …..
Wir verabschiedeten uns im Mai 1978 und ich war so traurig, den besten und gescheitesten Freund aller Zeiten nach Japan ziehen lassen, tat mächtig weh …

Heute ist wieder Mai im Jahr 2014. Ich habe diese Maschine und kann sogar reinsprechen „SUCH TÜNNES“ und Zack …................................................................................................................
….............................................................PING!




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